Für Patienten

Liebe Patientinnen und Patienten,

wahrscheinlich kennen Sie Pathologen aus dem Krimi – abwegig humorige und eher lichtscheue Gesellen, die sich mit Ermordeten beschäftigen. Dieses Bild ist aber grundfalsch! Im Unterschied zum Rechtsmediziner, der oft fälschlich im Krimi als „Pathologe“ bezeichnet wird, sind fast alle Patient*innen der Pathologie lebendig, und die Mitarbeiter tun alles, damit dies auch so bleibt. Zwar gehört die Autopsie, also die wissenschaftlich fundierte Leicheneröffnung zur Aufklärung von Krankheitsprozessen, essentiell zum Berufsbild des Pathologen, weit überwiegend haben die Ärztinnen und Ärzte der Pathologie es aber mit Gewebe und Zellen von Patienten zu tun, die mit unterschiedlichsten Erkrankungen Ärzte verschiedenster Fachrichtungen aufgesucht haben und denen dann entsprechendes Material entnommen wurde. Dies kann einerseits mit der Absicht erfolgen, aus kleinen Proben, z.B. der Magenschleimhaut, eine für das ganze Organ zutreffende Diagnose zu stellen. Oder es werden im Rahmen einer Operation Organe oder Organteile entnommen und pathologisch untersucht. Hierbei geht es nicht nur darum, die korrekte Diagnose zu stellen, es ist auch erforderlich, diese in den klinischen Zusammenhang zu stellen und sie zu werten. Hinzu kommen weitere wichtige Informationen, die oft nur durch die Methoden der Pathologie erlangt werden können: Wie weit ist ein Tumor fortgeschritten? Wurde dieser vollständig entfernt? Ist die Erkrankung durch Erreger bedingt? etc. Hiermit aber nicht genug. Auch wenn der Pathologe auch heute noch viel Zeit am Mikroskop verbringt, hat sich das Spektrum der pathologischen Untersuchungen inzwischen deutlich erweitert. So ist es heute z.B. möglich, über molekularbiologische Untersuchungen (Molekularpathologie) gezielt nach genetischen Veränderungen von Tumoren zu suchen, die dann eine zielgerichtete Behandlung mit mordernsten Krebsmedikamenten mit gleichzeitiger Minimierung unerwünschter Wirkungen zulassen. Auch ist es möglich, z.B. die Tuberkulose ohne mikroskopischen Nachweis der Bakterien, sondern nur durch deren genetischen Fingerabdruck nachzuweisen.

 

Wie geht das?

In unserer Pathologie werden sämtliche eingehenden Proben und Resektate elektronisch erfasst und dann standardisiert weiter bearbeitet. Das Material erreicht und in Fixierlösung und kann meistens sofort weiter prozessiert werden. OP-Präparate werden von einem Arzt unter Berücksichtigung aller wichtigen Parameter makroskopisch beschrieben, und es werden alle für die vollständige und korrekte Diagnosestellung erforderlichen Gewebsanteile für die mikroskopische Untersuchung zugeschnitten. Gemeinsam mit den kleineren Proben wird das Gewebe zunächst in einem Automaten weiter fixiert und dann in aufsteigend konzentriertem Alkohol entwässert. Daraufhin wird das Gewebe in ein Lösungsmittel überführt, das sich sowohl mit Alkohol als auch Paraffinwachs mischt. Anschließend verweilt das Material in geschmolzenem Paraffin, bis dieses das Gewebe vollständig durchdrungen hat. Schließlich wird ein Paraffinblock gegossen, der das nun gut scheidbare Gewebe enthält. Auf einem Mikrotom, einem speziellen Schneidegerät, werden von diesem Block dann hauchdünne Schnitte (i.d.R. einen Tausendstelmillimeter dick) angefertigt, auf einen Glasobjektträger faltenfrei aufgezogen und getrocknet. Um diese Schnitte mikroskopisch untersuchen zu können, müssen sie aber zunächst vom Paraffinwachs befreit und angefärbt werden. Auch dies erfolgt in einem Automaten, der nach der Färbung die Schnitte wieder entwässert und in Lösungsmittel überführt, aus dem heraus die Präparate dann mit einem Tropfen Eindeckmedium und einem Deckglas versehen und gemeinsam mit den Begleitunterlagen den Ärzten für die Diagnostik vorgelegt werden. Dies geht verblüffend schnell – kleine Proben stehen bereits 12 Stunden nach Probeneingang zur Diagnostik bereit, große Materialien, die zugeschnitten werden müssen, einen Tag später. Die Pathologinnen und Pathologen mikroskopieren umgehend die Präparate, diktieren EDV-basiert und mit Spracherkennung das, was sie sehen und was letztlich zur Diagnose führt, und formulieren dann eine histo-pathologische Begutachtung, die die Diagnose und ggf. weitere mit dieser zusammen hängende Informationen beinhaltet. Sollten weitere Untersuchungen, z.B. ergänzende immunhistochemische Färbungen, erforderlich sein, so werden diese sofort beauftragt, und diese sind spätestens am nächsten Tag erfolgt. Auch molekularpathologische Tests, die vom einsendenden Arzt gewünscht werden, werden schnellstmöglich in unserem Hause oder im Institut für Pathologie des UK S-H, Campus Lübeck, durchgeführt. Methodisch bedingt, dauert dies allerdings etwas länger.

Da wir wissen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen aber auch eben gerade Sie, liebe Patientinnen und Patienten, auf unsere Ergebnisse warten, übermitteln wir unsere Befunde und Nachberichte so schnell wie möglich auf dem vom Einsender favorisierten Weg.

 

Auch wenn wir uns wahrscheinlich niemals persönlich begegnen werden – sein Sie gewiss, dass auch wir in der Pathologie alles tun, damit es Ihnen, unseren Patientinnen und Patienten, bald wieder besser geht!

 

 

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